Liter@tur. Computer/Literatur/Internet
 
 
  Startseite   Sitemap   Impressum

Literaturtheorie
 
   
Einführung
Die Verknüpfungspunkte von Literatur und Computer sind vielfältig. Über viele Jahre hinweg war die literarische Beschäftigung mit dem digitalen Medien einer kleinen Zahl von Aktivisten überlassen, vom Literaturbetrieb entweder ignoriert oder als Symptom eines Verfallsprozesses des Buches gedeutet. Die Fronten zwischen Print-Traditionalisten und den Fürsprechern der Neuen Medien sind angesichts der massenhaften Verbreitung der Computer einem bisweilen kritisch gesehenen Pragmatismus gewichen. Literaturrecherche und Textverbreitung sind über das Internet einfach, schnell und günstig zu bewerkstelligen und zunehmend sind mehr literarische Texte sind bereits online abrufbar.

Von Beginn an ist die Computertechnologie von Versuchen begleitet, die technischen Möglichkeiten des neuen Mediums auch literaturästhetisch zu nutzen. Anfangs nur von einer kleinen Avantgarde genutzt, führte die Verbreitung des Personal Computers vor knapp zwanzig Jahren dazu, dass eine digitale Ästhetik und Literatur immer mehr Interesse auf sich zog. Anknüpfend an die frühen Experimente der Moderne wurden Hoffnungen auf eine radikal neue Ästhetik, und die Aufhebung einer Trennung von Literatur und Leben in einem weltumspannenden Text, dem Dokuverse, geknüpft. Alte Medienutopien von Bertolt Brecht, Walter Benjamin wurden aufgegriffen und im Kontext einer postmodernen Theorie - Michel Foucault, Jorge Luis Borges, Umberto Eco und anderen - eines "digitalen Universums" aufgegriffen und aktualisiert.

Dabei wurden neue Fragen aufgeworfen, Fragen nach der Definition von Computerliteratur, ihrer ästhetischen Innovation, ihrer Qualität und inwieweit digitalisierte Schreibtechniken die literarische Produktion und Rezeption veränderte. Abschließende Antworten auf die Frage nach neuen ästhetischen Kriterien einer digitalen Literatur sind derzeit noch nicht in Sicht - auch nicht auf die Frage, ob die Netzliteratur "die Avantgarde einer Literatur" ist oder eine "Arrièregarde der Literatur von gestern, die längst bekannte und erprobte Sprach- und Textspiele epigonal im neuen Medium reproduziert", (Beat Suter, Michael Böhler) darstellt.

Nächstes Kapitel


  > Kurztour | Digitale Literatur | Literatur im Netz | Literaturtheorie | Literaturkritik
> Autoren | Initiativen | Verlage | Zeitschriften | Ressourcen
> Vorträge | Referenten | Gästebuch | Rezensionen | Links | Glossar | Impressum | Sitemap | Startseite