Ein umfangreiches Wortmaterial, lose aneinandergereiht oder syntaktische Strukturen ergebend, bilden die Textseiten des "Book of Neoism". Jedes Wort, und teilweise auch jede Silbe, markiert einen Hyperlink, der zu einer neuen Wortaneinanderreihung unter dem Titel der angeklickten Seite führt. "The Book of Neoism" ist somit eine Radikalisierung des Hypertextes: alle Elemente des Textes sind verlinkt, wobei die entstehenden neuen Wortkompilationen automatisch aus einem Wort-Vorrat generiert werden. Im Vordergrund steht dabei der Umgang und die Rekombination mit dem sprachlichen Material. "The Book of Neoism" weigert sich, eine Geschichte zu erzählen. Im Gegenteil, die automatische Generierung und Rekombination des Textes durch die Programmierung verneint einen literarischen Charakter. Ebenso wird eine traditionelle Autorschaft abgelehnt: wer sich mit Monty Cantsin beschäftige, - so liest man im Text - wird selbst zu dessen Teil. Das neoistische Selbstverständnis bezieht sich auf dadaistische und surrealistische Positionen der Sinnverweigerung und einer Autopoesis, das heisst der Selbstbewegung des sprachlichen Materials. Eine ästhetische Qualität von Sprache und ihrer Signifikationskraft ergibt sich nicht aus einem fixierten Sinngehalt, sondern durch kontextuelle Verwendung und ihre spielerische Rekombination mit dem Ziel, vorgegebene Sinngehalte in einer gesellschaftlichen und literarischen Sphäre zu unterminieren. Weitere neoistische Projekte auf www.neoism.org.
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