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Sven Stillich: Verwunschlos
"Ich will...", so beginnen die Sätze aller Seiten, die Stillich vor einem testbildähnlichen Hintergrund, versehen mit einem Logo eines deutschen Fernsehsenders, montiert. Über einzelne unterstrichene Wörter als Links gelangt man zu den nächsten Hypertextseiten, die alle das Testbild eines Senders nachahmen, aber ohne erkennbare Ordnung miteinander verknüpft sind. Die Links sind ebenso "sinnlos", da sie weder assoziativ noch inhaltlich gesetzt sind. Stillich benutzt die HTML-Sprache als eine ironische Mimesis des Fernsehens. Die Bewegung durch den Text ähnelt dem wahllosen Zappen durch die Fernsehkanäle: sofort ist ein Bild vorhanden, und prägnante Sätze nehmen die zunehmende Sinnverkürzung des Fernsehens auf. Die in den Sätzen formulierten Wunschinhalte werden dabei mit der Trostlosigkeit der angebotenen Bilderwelten konfrontiert. Der Mediennutzer aber bleibt in seiner Hoffnung auf eine Wunscherfüllung gefangen: »ich will, dass alles immer so weiter geht« ist auf der letzten Seite zu lesen. "Verwunschlos" gewann 1996 den Sonderpreis des ersten Literaturwettbewerbes von der "Zeit" und "IBM". Auf Stillichs Homepage Tabula Rasa finden sich einige weitere kleinere Hypertextarbeiten.

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