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Arthur Schmidt, Heiko Idensen u.a.: Gvoon
"Gvoon" steht für "global visions of other natures" und versteht sich als Plattform für medienübergreifende Aktivitäten unter Leitung des Künstlers Arthur Schmidt. Als eine Art virtuelle und intermediale Galerie versammelt "Gvoon" verschiedene künstlerische Ausdrucksformen und Medienformate: Malerei, Bildhauerei, Video, VRML-Welten (interaktive 3D-Simulationen), Musik u.a. auch mit dem "Can"-Bassisten Holger Czukay und Literatur. Durch die Vielzahl der verwendeten Techniken und Medien versucht "Gvoon" eine Situation der "Unbestimmtheit" für den Betrachter zu realisieren, indem er die Anknüpfungspunkte und Sinnrelationen der einzelnen Präsentationen selbst herstellen muss.

Zwar besticht die Oberflächengestaltung, der Versuch jedoch, durch eine gemeinsame Plattform die Grenzen der unterschiedlichen künstlerischen Ausdrucksformen aufzuheben, bleibt in seinem Gelingen fraglich. Die unterschiedlichen Kunstformen stehen unvermittelt nebeneinander oder Verknüpfungen, wie die computergesteuerte Umwandlung von Text in Grafik sind allzu beliebig. So verwandelt die "Mindmachine" vom Leser eingegebene Wörter in grafische Strichzeichnungen oder vertauscht die einzelnen Buchstaben des Anfangswortes "nalogie" durch andere Buchstaben, getrennt nach Vokalen oder Konsonanten. Heiko Idensen ist mit Hyperknast an Gvoon beteiligt, einer von mehreren "hypertexttrees". Hier werden eigene Beiträge und Einsendungen von Lesern in Form einer Baumstruktur verknüpft, die die Weiterführung von Beiträgen und ihre Kommentierung ermöglicht, wobei Idensen durch die Metapher des Gefängnisses eine Struktur vorgegeben hat. Zu jedem Hypertext-Knoten kann eine Ergänzung oder Weiterführung direkt über ein Eingabefeld online geschrieben werden. Idensen schreibt dazu: "Als eine Radikalisierung bisheriger Benutzermetaphern von online-Hypertexten versteht sich der Hyperknast: Vom Kontrollturm aus lassen sich alle Texte einsehen, die sich in den verschiedenen Hypertext-Knoten (=Zellen) befinden. Zwischen dieser panoptischen Überwachungsstruktur und den in den Zellen eingesperrten Texten entsteht eine Spannung, die sich in Lese- oder Schreibprozessen entladen kann."

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