Geplant als eine "Anthologie für das Jahr 1999" versammelte der Schriftsteller Thomas Hettche, der bereits 1991 das Arbeiten mit dem PC als Thema in seinen früheren Arbeiten aufnahm, kürzere Beiträge von bekannten Gegenwartsautoren wie Andreas Neumeister, John von Düffel, Thomas Meinecke und andere jüngere Schriftsteller. "Null" begann Anfang 1999 mit drei Anfangstexten von Katharina Hacker, Helmut Krausser und dem ersten der monatlichen Editoriale Thomas Hettches. Die darauffolgenden Beiträge der Autoren, Texte, Bilder oder eingescannte Postkarten, bezogen sich entweder darauf oder waren eigenständig. Die publizierten Texte werden als Punkte auf einer schwarzen Matrix angezeigt. Ein gegenseitiger Bezug wird durch eine Verbindung der als Punkt markierten Texte angezeigt, so dass mit der Zeit sternenbildförmige Textverknüpfungen auf der Matrix entstanden. Der Bezug der Texte aufeinander ist dabei unterschiedlich: sie funktionieren als fortlaufender Kommentar oder als eigenstehender Beitrag und bestehen aus Texten, eingescannten Bildern oder Postkarten.
"Null" wurde von Verlag und Autoren feuilletongerecht als literarische Innovation angepriesen: denn es sei gelungen, "nahezu vollständig die namhaftesten Autoren jener jungen Generation [zu] gewinnen, die erstmals selbstverständlich Computer und Internet beim Schreiben einsetzt. Damit ist NULL auch das Dokument eines Generationenbruchs und führt vor, wie stark die Veränderung der Arbeitstechniken, die wir erleben, eine der Öffentlichkeit und damit letzlich eine unserer Kultur sein wird." (Dumont-Pressetext). Tatsächlich aber präsentiert "Null" lediglich Texte, die im herkömmlichen Schreibverfahren erstellt wurden. Das Projekt ist lediglich die Internetversion einer klassischen Anthologie, wobei die Netzanbindung eine gegenseitige Bezugnahme und Kommentierung erleichtert. Vom Verlag wurde das Erscheinen einer Printausgabe mit ausgewählten Texten angekündigt.
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