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Bibliothek Digitaler Literatur Im Internet

Ein Internetprojekt des Museums für Literatur am Oberrhein
  Konzeption

Nach ersten frühen Versuchen der Texterstellung mit frühen Rechenanlagen in den sechziger Jahren wurden nach der Popularisierung der Computertechnologien seit Mitte der 80er Jahre die digitalen Technologien zum bevorzugten Medium für künstlerische und literarische Experimente. Spätestens seit der Durchsetzung des Internet als neuer Leittechnologie sowie der Etablierung des Computers als Massentechnologie hat sich auf dieser Ebene eine äußerst aktive künstlerische wie literarische Tätigkeit in Auseinandersetzung mit den neuen technischen Möglichkeiten entwickelt. Die Neuen Medien haben also keinesfalls, wie noch in den achtziger Jahren befürchtet, zu einem Niedergang von Schriftlichkeit geführt, sondern hier hat sich im Gegenteil eines der innovativsten Felder für sprachlich wie künstlerische Experimente gebildet.

Nach anfänglicher Euphorie mehren sich nun die Einsichten in die zahlreichen Nachteile der schnell alternden Computertechnologien: Soft- und Hardwarekonfigurationen unterliegen einem immer schneller werdenden Alterungsprozess, das Internet wird immer unübersichtlicher, die gezielte Suche nach Dokumenten und Projekten zunehmend schwieriger. Frühe Schreibprojekte im Internet, die teilweise kaum älter als fünf Jahre sind, sind bereits aus dem Internet verschwunden, andere werden versehentlich gelöscht. Andere literarische Texte wurden speziell für Wettbewerbe erstellt; nach dem zeitweise Abschalten des Servers bsp. des großen Internet-Literaturwettbewerbes Pegasus waren eine große Anzahl früher digitaler Literatur nicht mehr zugänglich.

Zwar gibt es einige Internetplattformen für literarische Texte, diese werden aber meistens von Einzelpersonen betrieben oder hoffen auf eine Amortisation durch Werbeeinnahmen aus Bannerwerbung. Eine Rentabilität in diesem Sektor ist jedoch nicht abzusehen, ebenso wie jedes individuelle Engagement notwendigerweise an finanzielle wie zeitliche Grenzen stoßen muss. Angesichts dieser Situation bautet das Museum für Literatur am Oberrhein derzeit ein nichtkommerzielle, langfristig angelegte Plattform für die Archivierung von digitaler Literatur vor, die eine langfristige Verfügbarkeit im Internet garantieren soll.

Das Internetprojekt Biblit widmet sich ausschließlich dieser neuen digitalen Literatur, also einer Literatur, die die technischen Potenziale der digitalen Technologie zum integralen Bestandteil ihrer Form macht. Das Projekt versteht sich als eine Art offene Bibliothek im Internet, für eine digitale Literatur, die den Computer nicht nur als Aufschreibesystem und das Internet nicht nur als Distributionsnetz nutzt.

Neben den literarischen Arbeiten wird die Möglichkeit bestehen, biografische Informationen über den Autor sowie kommentierende Texte zu einzelnen Arbeiten einzuspeichern. Zusätzlich wird ein Diskussionsforum die Kommentierung der Arbeiten durch die Internetbesucher ermöglichen.

Technische Voraussetzungen

Das Projekt Biblit wird auf einem eigenen Unix-Server gespeichert der direkt an das Stadtnetz Karlsruhe angeschlossen wird. Hier können die gespeicherten Arbeiten dauerhaft abgelegt werden. Dabei kann es sich nur um abgeschlossene Arbeiten handeln, da eine inhaltliche Veränderungen, wie bsp. fortlaufende Schreibprojekte, den administrativen Arbeitsaufwand enorm vergrößern. Ebenso ist ein direkter Zugriff für die Autoren auf ihre eigenen Verzeichnisse nicht möglich. Die literarischen Arbeiten sollten für die gängigen Browsertypen optimiert sein, ansonsten können sie nur als Download-Version gespeichert werden.

Museum für Literatur am Oberrhein/Literarische Gesellschaft Karlsruhe

Konzeption: Torsten Liesegang, Hansgeorg Schmidt-Bergmann

Beratung: Florian Cramer, Heiko Idensen

Kontakt: info@netlit.de

Gestaltung: Büro für Internet Gestaltung