Elke Heidenreich – Else Stratmann und Literaturpäpstin

Gepostet von admin am 13. Oktober 2011

Die 1943 im hessischen Karlbach geborene und im Ruhrgebiet aufgewachsene Elke Heidenreich zählt zweifelsfrei zu den einflussreichsten und bekanntesten medialen Persönlichkeiten unserer Zeit. Nach ihren sechs Jahre währenden geisteswissenschaftlichen Studien (Germanistik, Publizistik, Theatergeschichte und Religionswissenschaft) an verschiedenen deutschen Universitäten in den sechziger Jahren begann die intellektuell begabte und stilistisch versierte Akademikerin ab 1970 ihre journalistische Laufbahn als freie Autorin für Presse, Funk und Fernsehen. Einem größeren Publikum wurde sie erstmals mit ihren kabarettistischen Auftritten als Comedy-Figur Else Stratmann, deren Erfinderin sie war, während der Olympiasendungen von Los Angeles und Seoul (1984 bzw. 1988) bekannt, was ihr eine ungemeine Popularität einbrachte.

Der zweite große Coup, mit dem sie reüssierte und der ihrem Namen im Gedächtnis der breiten Bevölkerung einen unauslöschlichen Platz bescherte, stellte die ZDF-Sendung „Lesen!“ dar, die Elke Heidenreich von 2003-2008 erfolgreich moderierte. In ihren Sendungen, die sechs- bis achtmal im Jahr stattfanden, versuchte sie das deutsche Publikum – und hier besonders die Jugend – für das Lesen von Büchern zu begeistern und legte den Zuschauern von Mal zu Mal lesenswerte Bücher zur Lektüre ans Herz, von denen einige auch ob des Ansehens und der Bedeutung der Sendung bzw. ihres Verdikts zu Bestsellern avancierten. Für ihre engagierte Moderation erhielt die „arbeitswütige“ und tatkräftige Literaturexpertin, die durch ihre Sendung zur „Literaturpäpstin“ gekrönt wurde, 2003 den renommierten Bambi in der Kategorie „TV-Moderation“ als Auszeichnung, eine ihrer zahlreichen Ehrungen.

Als Folge ihrer Unterstützung der Kritik Marcel Reich-Ranickis an der Programmqualität des öffentlich-rechtlichen Fernsehens wurde ihr Arbeitsvertrag mit dem ZDF aufgelöst und die Sendung „Lesen!“ abgesetzt.
Elke Heidenreichs kontinuierliche journalistische und künstlerische Tätigkeit sorgt dafür, dass sie im gesellschaftlichen Bewusstsein stets präsent bleibt. Hier eines ihrer Bonmots zum Abschluss: “Eine Liebesgeschichte zwischen Mensch und Buch ist durch nichts zu ersetzen.”

Kategorie: Allgemein

Hinterlasse einen Kommentar